von Dominic Hiss, Kamera

SwissDinner  produziert von Golden Eye Media

Eben wurde die Folge 318 ausgestrahlt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 318 Folgen! Das heisst 318 mal haben Kandidaten für wildfremde Menschen gekocht, geschwitzt, verkocht und versalzen. Und wir, von der “technischen” Crew haben 318 mal die komplette Ausrüstung in Wohnungen geschleppt, wenn wir Pech hatten, im 4. Stock ohne Lift. Und ja, es sind viele Kilogramm an Ausrüstung. Auch wenn wir über die Jahre effizienter geworden sind.

 Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir vor etwas mehr als acht Jahren, die ersten Staffeln gedreht haben. Das technische Konzept ist heute immer noch das Gleiche: 3 Kameraleute und ein sogenannter Multiboy mit vier Kameras und ein Tonmensch mit einem Sechskanal Mischer und sechs Funkmikrophonen. Dazu noch ein unerschöpflicher Fundus an Licht.  Ich war damals ziemlich nervös, denn es gab einige Unbekannte in dem Konzept das wir hatten. Angefangen mit der Kamera, ein Fotoapparat. Die Canon 5D hatte für eine kleine Revolution in unserer Szene gesorgt. Eine verhältnismässig günstige Lösung, die grossartige Bilder ermöglichte. Dummerweise war die Tonaufnahme eine Katastrophe. Keine Möglichkeit den Ton an der Kamera manuell einzupegeln. Dem war nur mit Trickserei, einem kleinen Kästchen, das wir an der Kamera befestigen mussten, welches mehr schlecht als Recht funktionierte, beizukommen. Ein Bild hat sich tief in mein Gehirn gebrannt: Wir waren schon ziemlich hinter dem Zeitplan, weil uns diese Trickserei einen fiesen Streich spielte. Ein sehr erfahrener Tonmeister, der schwitzend und fluchend, nach dem nicht auffindbaren Fehler sucht und ein Kandidat, der sich in diesen Moment erkundigt, ob der Tonmensch diesen Beruf auch wirklich gelernt hat. Schlussendlich hat sich herausgestellt, dass das Kästchen, welches den Ton manuell regeln lässt, defekt war. Die Kamera hatte da schon einiges mehr an Ausdauer, wir haben sie eben erst gegen eine etwas Neuere Canon C300 ausgetauscht.

 Heute, im Jahr 2018,

ist SwissDinner für uns Techniker eine routinierte Angelegenheit. Wir wissen genau was uns erwartet, die Technik spielt uns nur sehr selten Streiche und jeder weiss, was wann zu tun ist. Ausserdem sind über die Jahre die Lampen um einiges leichter geworden und vieles wurde über die Jahre überflüssig. Wir holen die Kandidaten nicht mehr in SwissDinner Auto ab, also brauchen wir auch kein Rig mehr, auf das wir die Kameras zwischen die beiden Vordersitze klemmen konnten. Während die erste Staffel bei den Kandidaten noch sehr harmonisch war, wurde es in der dritten Staffel um einiges hitziger. Vor allem zwei männliche Kandidaten gaben sich Saures, da wurde sogar mit Rauswurf gedroht und der letzte Abend wird uns auf der Macherseite immer in Erinnerung bleiben. Der Kandidat baute eigens für diesen Event ein riesiges Zelt auf seinem Vorplatz auf, in welchem diniert wurde und engagierte extra einen Bartender, welcher Drinks für alle mixte. Leider hatte dieser Kandidat keine Ahnung vom Kochen und auch der Bartender rauchte mehr als das er mixte. Als dann noch tote Insekten vom Zeltdach herunterregneten, war der Abend mehr oder weniger gelaufen. Eine komplett absurde Situation. Aber der Grundstein für den Erfolg von SwissDinner war getan; die Staffel hatte Traumquoten, welche bis heute anhalten.

 Start war 28.1.2010 und eben wurde Folge 318 auf Tele Züri ausgestrahlt.