Von Sascha Felix

Schon beim ersten Telefonat mit Produzent Markus Storrer geht es geheimnisvoll zu und her. Es geht um ein weiteres Abenteuer für Mona Vetschs Sendung, „Mona mittendrin“. Eines ist dabei wichtig, Mona darf nix wissen, gar nichts. 

Es waren die wirklich heissen Tage dieses Sommers 2019, als wir nach der Begrüssung im heimischen Zürich Oerlikon, Mona im Tram Richtung Bahnhof fahren liessen. Die restliche Crew fuhr anschliessend mit dem Teambus nach Basel, um Mona vor Ort wieder in Empfang zu nehmen. Mit dabei war Kameramann Dominic Hiss. Er kennt Mona seit vielen Jahren und durfte schon bei einigen Produktionen als Kameramann dabei sein. Mit Mona zu arbeiten ist wirklich ein Privileg. Alles echt, keine Games, keine Überraschungen. Während Dominic Mona auf ihrer Tour vom Bahnhof Basel zur Location begleitet, ist der Rest der Crew mittlerweile bei der Feuerwehr eingetroffen und hat das Fahrzeug und ihr Equipment deponiert. Ein erstes Hallo sagen. Alle Protagonisten schienen nett zu sein. Also mal die, die wir während der Produktion als Protagonisten begleiten durften. Als Kamera- oder Tonmann erlebt man es oft, dass das erste Zusammentreffen noch zurückhaltend ist. Immerhin treten wir in die „Privatsphäre“ der Leute, filmen sie bei ihrem Alltag und erwischen vielleicht auch mal eine Situation, welche eben nicht alltäglich scheint.

 

 

Chris, Patrick und Nyffe… Liebe auf den ersten Blick.

Gut, Liebe ist jetzt ein wenig übertrieben, aber es hat sofort gefunkt, gepasst und hat sich von Anfang an richtig angefühlt. Unter solchen Umständen Protagonisten mit der Kamera begleiten zu dürfen, ist für uns ein Traum.

 

Als Mona um die Ecke kam und vor der Türe auflösen konnte, wo die aktuelle Sendung stattfinden würde, ging es richtig los. Mona wurde sofort in ihr Quartier gebracht und Dominic, Daniel am Ton und ich filmten ohne Unterbruch. Dominic führte die erste Kamera. Er filmte im Reportage Stil und ich konnte die Nahaufnahmen für den Schnitt realisieren. Dabei achtet man auf die Handlungsachse und darauf, dass niemand anderes im Bild ist. Nicht immer einfach, gerade in engen Räumen, gegen die Fenster und vor allem mit einer langen Brennweite um nicht das gleiche Bild anzubieten, wie der erste Kameramann. Daniel hat alle Protagonisten verkabelt und stellt sich hinter die Kameras. Einen Schritt dahinter die Journis, da wo wir mit der Kamera nicht hinfilmen. Gerade wenn unsere Protagonisten sich von einer Ecke zur anderen bewegen, ohne viel zu sagen, kann das zu ruckartigen Verschiebungen des ganzen Drehteams führen. Jan Fitze, der Realisator vor Ort, hat mit viel Fingerspitzengefühl und grosser Erfahrung das Team geleitet. Er hat immer hinter uns alles weggeräumt oder verstaut, was uns im Weg hätte stehen können. Leute wie Jan sind Gold wert für uns Crews. Am Schluss sind es Journis wie er, die eben auch alles in die richtige Form bringen. Auf dem Dreh, nach dem Filmen und im Schnitt.

 

 

Schnell essen. Das habe ich bei der Rega gelernt…

Nach der ersten Einführung und den ersten Stunden Rohmaterial ging es ans Essen. Wir filmten die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit in der Küche und kaum stand das Essen auf dem Tisch, schöpften wir mit grossem Hunger die Teigwaren auf die Teller. Verpflegen mit Hunger, das mag ich – ich ass schnell, der halbe Teller war immerhin schon weg, als plötzlich der Alarm zu hören war. Die Gabel hatte noch auf der Tischplatte geklirrt, als ich meine Kamera schon wieder in der Hand hatte und wir übers Treppenhaus nach unten ins EG stürmten. Als ich 45 Sekunden später im Begleitfahrzeug der Feuerwehr meine Kamera auf die Schulter nahm, um die Ausfahrt aus dem Gebäude zu filmen, war mein Puls bestimmt über 135 Schlägen pro Minute. Adrenalin. Was wir dann filmten, erzähl ich hier nicht, dafür gibt’s ja die Sendung und die ist wirklich gut geworden. Dank der Arbeit aller Beteiligten. Auch Angelo Prinz, Editor bei TPC hat am Schnittplatz super Arbeit geleistet und mit der Redaktion die spannendsten und informativsten Momente in den Film gepackt. TV Business ist Teamwork.

 

Intensive Tage, die bleiben in Erinnerung!

Ich mag das Gefühl, wenn’s im Rücken langsam zieht, das „Chnödli“ an der rechten Hand rot wird und langsam von der Objektivlasche schmerzt. Es ist nicht weil ich gerne Schmerzen habe, aber ich mag es halt gerne intensiv. Das bleibt in Erinnerung, diese Drehtage sind für die Ewigkeit. Zurück am Mittagstisch braten wir unsere kalten Nudeln ein zweites Mal warm und geniessen das späte Mittagessen. Markus und Jan gehen nochmals unser Programm mit Mona durch und so wie es aussieht, wird am Nachmittag noch einiges auf uns zukommen. Wir drehen viel Material, damit unsere Journis auch genügend Content zum Visionieren haben. Als sich der Abend langsam ankündete, löste uns die zweite Schicht ab.

 

Technisch gesehen ist ein „Mona mittendrin“ Dreh eine klassische Multicam Produktion mit zwei Kameraleuten und einem Ton. Der Ton Operator zeichnet dabei alle Spuren als ISO Rec mit seinem Stereo Mischer von Sound Devices auf. Mit dem Mischer generiert er ebenfalls einen Timecode, welchen er auf die TC Spur aller Geräte liefert. Die Kameras haben einen Tentacle der zweiten Generation am Heck und wir drehen in einem aufs TV angepassten Picture Profile. Die Kameras werden mit Bebob V-Mount Akkus betrieben und unser Mix (Ton) wird auf zwei Wisycom Dualempfänger direkt an die Kameras gesendet. Unsere XQD’s lesen wir redundant ein und zeichnen im bewährten SRF Standard auf.