Es liest sich süffig und leicht. Es kommt uns vor, als wären es bestimmt nicht zehn Jahre her. Doch es ist Tatsache. Hier ein kleiner Rückblick. Im Jahr 2008 war unser Geschäft an der Dienerstrasse im Kreis 4 in Zürich. Wow, was für eine Zeit. Unsere Büros waren über drei Stockwerke verteilt und unsere Mitmieterin war damals die 4-Films von Meret Burger. Die Sommermonate waren intensiv und geprägt vom Leben im Kreis 4. Trotz allem fühlten wir uns geborgen und einigermassen sicher im Innenhof, mitten im Epizentrum des Rotlichtviertels.

Kulinarisch gesehen hat unsere Firma nie bessere Zeiten erlebt

und wird wahrscheinlich auch nie mehr daran anknüpfen können. Doch bald platzten wir aus allen Nähten mussten uns eine neue Bleibe suchen.

Jobs und Kunden

Wir hatten viele neue Kunden und Formate, die wir von Anfang an begleiten durften. Einstein, Happy Day, der Match, Rach sowie Bumann die beiden Restauranttester, Supermodell, Bauer ledig sucht, die 100 grössten Schweizer Hits, S(R)F bi de Lüt, Leben live, Lovecheck und viele mehr. Einige dieser Formate gibt es heute noch. Wir haben sie mit viel Freude und Fleiss mitgestaltet. So gehören wir bei Happy Day und Einstein heute noch zum harten Kern.

Personal

Unsere Crew war kleiner, aber die Namen dafür gross. Unser Büro wurde noch von Laura geführt, welche bald Sabrina Vogel Platz machte. An der Kamera arbeiteten Marc Bachmann, Bastian Meier und Martin Schäppi. Ende Jahr kam dann David Merkofer als Senior Kameramann dazu. Auf unserer Freelancer Liste standen damals schon Leute, wie René Schönenberger, Raymond Anderegg, Simon Usteri, Jeannine Good, Silvio Anania, Fredy Keil, Björn Detre und viele mehr, die heute noch für uns arbeiten. Das freut uns ganz besonders!

Kameratechnik

Kaum vorstellbar, aber wir drehten noch auf Band. Unsere Kameras waren von Sony. Die MSW 900, eine 2/3 Zoll SD Kamera mit „Briefmarken-Auflösung“. Wir drehten auch mit zwei DVCAMs und einer HDCAM von Sony. Die HDCAM war unsere Hauptkamera für die Aufträge von NZZ Format. Unser Gründer Sascha Felix jettete mit Kurt Widmer, welcher heute noch Redakteur bei NZZ Format ist, um die ganze Welt damit. Unterwegs waren sie für Themen wie Perlen, Eis, Platin, Silber oder Bernstein. In diese Zeit fällt auch der Anfang experimenteller Kameratechnik. Zum Beispiel Letus mit ihrem 35mm Adapter, welcher vor eine DVCAM geschraubt wurde und dessen oszillierende Matscheibe ein echtes 35mm Bild projiziert.
Es war der Anfang von vielem, auch dem Aufbau von Struktur, Logistik und Verwaltung. Dinge, die zu dieser Zeit noch oft dem Zufall und dem grossen Engagement jedes Einzelnen überlassen waren. Jedes Team stellte seine Ausrüstung selbst zusammen – heute undenkbar. Der Umzug an den Letzigraben war ein grosser Schritt und wir bauten zu dieser Zeit unsere ersten Schnittplätze mit Final Cut Pro 7. Mit viel Kreativität und weniger Organisation starteten wir in diese Disziplin. Auch dort konnten wir in der letzten Dekade zu einer der besten Organisationen im Raum Zürich aufsteigen. Heute sind wir ein offizieller Dienstleister für TPC in der Postproduktion für Aufträge von SRF.